Fragen & Antworten 2017-05-22T13:38:05+00:00

Fragen & Antworten

Warum sind wir gegen eine Energiewende?

Wir haben nichts gegen erneuerbare Energien. Wir wenden uns aber dagegen, dass der Staat vorschreibt, welche Energiequellen in Zukunft genutzt werden sollen. Diese Entscheidung ist Sache der Energiewirtschaft, denn sie hat darin die grösste Erfahrung und trägt das unternehmerische Risiko. Wir wenden uns ausserdem dagegen, dass der Staat vorschreibt, wie viel Energie wir verbrauchen und wofür wir diese einsetzen dürfen. Diese Entscheidung ist Sache der Konsumenten; sie liegt in deren Privatsphäre. Eine Energiewende bedeutet den staatlich erzwungenen Umbau der Energieversorgung auf der Grundlage erneuerbarer Energien. Wir wissen aber aus der Geschichte, dass staatliche Planung einer freien Wirtschaft weit unterlegen ist und zu Ressourcenverschwendung und Mangelversorgung führt.

Was schlagen wir anstelle einer Energiewende vor?

Welche neuen Energieerzeugungstechniken in Zukunft Erfolg haben werden, können wir heute nicht wissen. Dies wird von der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung und von den Kosten der übrigen Energieträger abhängen. Die Lage kann unerwartet ändern, wie der Erfolg des amerikanischen Schiefergases zeigt. Das Risiko, heute auf eine falsche Technik zu setzen, ist gross. Dieses Risiko soll die Energiewirtschaft tragen, denn es ist ihr Geschäft. Täuscht sich ein Unternehmen, dann geht es schlimmstenfalls unter, und andere Unternehmen springen in die Lücke. Täuscht sich aber der Staat, der Zwangsmittel einsetzt und konkurrenzlos ist, dann zieht er die ganze Volkswirtschaft ins Unglück. Wir fordern, dass sich der Staat aus der Planung der Energieversorgung zurückzieht und die Verantwortung dafür bei der Wirtschaft belässt.

Wie viel kostet eine Energiewende?

Laut Schätzungen des Bundes würde eine Energiewende unser Land rund 200 Milliarden Franken kosten. Das sind 600 Franken pro Person und Jahr während 30 Jahren. Schwächen wir mit staatlichen Programmen unsere Energieversorgung, so geraten wir in eine gefährliche Abwärtsspirale. Genau diese Entwicklung spielt sich gegenwärtig in Deutschland ab, das von weltweit steigende Energiepreise ausgegangen ist und nun mit seiner Energiewende jedes Jahr 25 Milliarden Euro vernichtet. Eine starke Volkswirtschaft kann dies eine Zeitlang verkraften. Ist der Schaden einst für jedermann sichtbar, dann ist es für eine einfache Korrektur zu spät.

Wo liegt das Problem bei den erneuerbaren Energien?

Wir haben nichts gegen erneuerbare Energie, meinen aber, dass ihre Hersteller, anders als heute, die Kosten selbst tragen und sich selbst um den Verkauf kümmern sollen. Erst, wenn sie die unternehmerische Verantwortung tragen, ist sichergestellt, dass ihre Produktion die Energieversorgung tatsächlich stärkt. Ein Problem mit Sonnen- und Windkraftanlagen ist ihr enormer Energie-, Material- und Landschaftsverschleiss, den das Einsammeln der von Natur aus unkonzentrierten Energie mit sich bringt. Die Anlagen produzieren zudem nur sporadisch, abhängig von der Witterung und der Tageszeit. Deswegen sind sie auf riesige Stromspeicher – die es heute nicht gibt – oder fossil betriebene Reserve-Kraftwerke angewiesen. Auch reichen die bestehenden Stromnetze bei weitem nicht aus. Dies belastet die Natur zusätzlich und führt zu unermesslichen Kosten.

Wo liegt das Problem bei der Energieeffizienz?

Als Effizienz oder Wirkungsgrad bezeichnen wir das Verhältnis zwischen einem Ergebnis und dem Aufwand dafür. Gegen eine Steigerung der Energieeffizienz ist nichts einzuwenden, solange diese sich im Ergebnis auszahlt. Das tut sie aber häufig nicht. Energetische Gebäudesanierungen sparen beispielsweise nur ein Drittel der Kosten ein, die sie verursachen. Grosse Einsparpotentiale schöpft die Wirtschaft von selbst aus. Sind die Einsparungen zu gering, dann investiert sie in andere Bereiche, die mehr lohnen. Gerade weil dies so ist, schafft unsere Wirtschaft grossen Wohlstand. Vorschriften zur Energieeffizienz führen zu Verschwendung, denn sie lenken die knappen Mittel in unproduktive Bereiche. Übrigens meinen Politiker, wenn sie von Energieeffizienz reden, häufig gar nicht Effizienz, also weniger Aufwand für dasselbe Ergebnis, sondern einfach Einsparung, was Verzicht bedeutet.

Was bringt uns eigentlich der Energieverbrauch?

Malen wir uns für einen Augenblick aus, wie unser Leben aussähe, wenn uns keine oder nur eingeschränkt Energie zur Verfügung stünde. Unser zivilisiertes Leben bräche in wenigen Tagen zusammen! Kein Licht, kein Trinkwasser (dazu braucht es Förderpumpen), keine saubere Kochstelle, keine Waschmaschine – von Mobilität, Mobilfunk und Geldautomaten ganz zu schweigen. Ein Blick in die Entwicklungsländer genügt, um zu erkennen, dass Energieüberfluss uns nicht nur ein angenehmes Leben, sondern auch eine sichere Berufstätigkeit und ein friedliches Zusammenleben ermöglicht. Weltgegenden, die keinen Überfluss an Energie kennen, streben danach. Wer günstige Energie abschafft, schadet damit seinen Mitmenschen, besonders der jungen Generation. Geradezu absurd ist die Behauptung, die beste Energie sei jene, die nicht verbraucht wird. Das ist, als würde man behaupten, die beste Mahlzeit sei jene, die nicht gegessen, oder die beste Flugreise sei jene, die nicht angetreten werde.

Warum kann es besser sein, Energie zu importieren, als diese selbst zu produzieren?

Zu den irreführenden Begründungen einer Energiewende zählt deren angeblicher Nutzen für die einheimische Wirtschaft. Für Energie gilt aber wie für jedes Erzeugnis: Selber herstellen lohnt nur, wenn es billiger als kaufen ist. Sonst bezahlen die Konsumenten zu viel, und die Energieerzeuger investieren in einen Wirtschaftszweig, der von staatlicher Hilfe abhängt. Genau dies wird mit der Subventionierung erneuerbarer Energien getan.

Was kann die Schweiz zugunsten des Weltklimas tun?

Ob die menschliche Aktivität das Weltklima verändert und wenn ja, wie stark, ist bis heute umstritten. Die Frage nach dem Nutzen klimapolitischer Massnahmen der Schweiz stellt sich umso mehr, als unser Land gerade einmal ein Tausendstel des weltweiten CO2 ausstösst. Unter allen industrialisierten Ländern ist der Schweizer CO2-Ausstoss bezogen auf die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandprodukt) der tiefste der Welt! Auch sollten wir bedenken, dass der CO2-Ausstoss weltweit ungebremst ansteigt und dies laut Internationaler Energieagentur auch in Zukunft tun wird. Chinas Energieverbrauch wächst jährlich um das Fünffache des gesamten Schweizer Verbrauchs! Es ist zudem eine Tatsache, dass sich das Klima in der Erdgeschichte andauernd verändert hat, und dass eine Klimaänderung einzelnen Regionen Nachteile, anderen Vorteile bringen kann. Die Klimaentwicklung ist zu unsicher und der Schweizer CO2-Ausstoss zu gering, als dass einschneidende Massnahmen für unser Land gerechtfertigt wären.

Wie lange reichen die herkömmlichen Energievorräte?

Die geschätzten weltweiten Öl- und Gasvorräte liegen seit langem bei rund 60 Jahren, bei Kohle bei 200 Jahren. Sie nahmen also beim laufenden Verbrauch nicht ab, sondern dank günstigerer und neuer Fördertechniken eher noch zu. In der Schweiz zählt auch die Wasserkraft zu den herkömmlichen Energiequellen. Was uns die Zukunft der Energieerzeugung bringen wird, können wir heute nicht wissen. Der menschliche Erfindergeist sorgt immer wieder für Überraschungen. Mit Sicherheit ist es ein Fehler, Techniken zu subventionieren, die nicht rentieren. Sie belasten die ganze Volkswirtschaft.

Welche Aufgaben hat der Staat bei der Energieversorgung?

Während der Ölkrise 1972/73 griff der Staat tief in die Energieversorgung ein. Er förderte alternative Energien und beschränkte den Energieverbrauch, um die Energieversorgung sicherzustellen. Diese Krise ist längst überwunden. Seither hat der Staat das Ziel einer sicheren Energieversorgung um umwelt- und klimapolitische Ziele erweitert, was 1990 in einem entsprechenden Artikel in der Bundesverfassung mündete. Seither wird der Bund nicht nur zu einer ausreichenden, sicheren und wirtschaftlichen, sondern auch zu einer breit gefächerten und umweltverträglichen Energieversorgung und einem sparsamen und rationellen Energieverbrauch verpflichtet. Es folgten Gesetze zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Einschränkung des Energieverbrauchs, zur Senkung des CO2-Ausstosses usw. Mit der Energiestrategie 2050 würde der Eingriff des Staates noch einmal vertieft. Die Kantone verfolgen mit ihren Gesetzen ähnliche Ziele. Die staatlichen Ziele sollen zurückgenommen und auf eine sichere und günstige Energieversorgung beschränkt werden.

Wie entwickelt sich die Energieversorgung weltweit?

Energieverbrauch und CO2-Ausstoss nehmen weltweit zu, namentlich in China, Indien, Südostasien und im Nahen Osten sowie in Teilen Lateinamerikas und Afrikas. China baut seine Energieerzeugung massiv aus, hauptsächlich mit Kohle und Kernenergie. Für die USA wird künftig ein schwacher Verbrauchsanstieg, für Europa ein Verbrauchsrückgang vorausgesagt. Die Europäische Union belastet ihre sich schleppend entwickelnde Wirtschaft mit extremen Vorgaben zur Energieeinsparung, zum CO2-Ausstoss und zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Schweiz, die nicht Mitglied der Europäischen Union ist, kann ihre Energie- und Umweltpolitik selbst bestimmen. Dank dem hohen Anteil an Wasser- und Kernkraft und der sehr geringen CO2-Intensität ihrer Wirtschaft steht sie in globalen Hitlisten zur Energieversorgung regelmässig an erster Stelle (siehe der Energy Sustainability Index des Weltenergierats oder der Global Energy Architecture Performance Index des World Economic Forum, WEF).